Projektbeschreibung

Architektur
Der geschichtsträchtige Ort (Schlacht bei Vögelinsegg anno 1403) und die traumhafte und gleichzeitig sensible Lage am Standort in Speicher war für den Architekten die grösser Herausforderung. Von Anfang an war es das Ziel und Bestreben, den Neubau respektvoll in den Ort, die Landschaft und die gebaute Umgebung einzubetten und harmonisch in die Idylle einzufügen.
Das Gebäude orientiert sich stark am ursprünglichen Hangverlauf und nimmt diesen auf. Durch die abgeknickte Form werden immer einzelne Segmente des Gebäudes wahrnehmbar und dadurch klein massstäblicher. Die Gebäude verengen sich ganz bewusst an den Enden und nehmen damit Bezug zu den angrenzenden Bauten. Die grosse Herausforderung blieb aber bis am Schluss das anspruchsvolle und enorme Raumprogramm unterzubringen und dennoch das Gebäude lieblich und harmonisch in die Landschaft einzubinden.
Die Bandfenster sind ein typische Merkmal des Appenzeller Baustiles und diese Idee wurde zusammen mit den Holzverkleidungen in das Projekt transferiert.

Materialisierung
Von Anfang an sollte ein Hotel mit medizinischer Leistung erschaffen werden und nicht ein Spital mit Hotellerie. Farben und Materialien erinnern an den Hotel- und Wohnungsbau unter Berücksichtigung der hygienischen Anforderungen. In den Bereich wo sich der Patient aufhält, sei dies im Restaurant, im Zimmer oder in den Untersuchungsräumen dominiert Holz als Bodenbelag. Blaue Decken in den Patientenzimmern wirken kühlend, was nach einer Operation sehr wohltuend ist und die grassgrünen Nassräume schaffen dazu einen gewollten Kontrast.

Bilder
Wer durch die Klinik geht, erlebt den Ort mit seinen Qualitäten auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Das Hauptreppenhaus mit den imposanten 25m hohen Lichthof und den präzis ausgeschnittenen Fenster, bietet Blicke in die liebliche Hügellandschaft des Appenzellerlandes und den Bodensee. Die Fenster wirken dabei wie der Bilderrahmen.

Hauptreppenhaus
Der horizontalen Ausdehnung des Neubaus waren Grenzen gesetzt. Was an dieser Lage nicht möglich war, die Nutzung in der Fläche zu verteilen und zu organisieren. Das Raumprogramm mit den rund 62`000 m3 – was ca. 60 Einfamilienhäuser entspricht – galt es aber dennoch zu realisieren. Die Konsequenz war, die Nutzung vertikal zu strukturieren. Dabei kommt der Erschliessung eine besondere Rolle zu. Das Hauptreppenhaus als Auftakt des Gebäudes nimmt diese Rolle war. 25 Meter hohe Lichthöfen, welches Tageslicht bis in die Parkgarage und den Operationstrakt führen, über 50 Pendelleuchte mit Abhänghöhen von 3 m – 23 m und die Befensterung machen das Hauptreppenhaus zum Erlebnis.

Interne Organisation
Der Klinikneubau erstreckt sich über insgesamt sechs Geschosse, wobei das unterste Geschoss zu 80 % aus Technik und die restlichen aus Lager besteht.
In den restlichen fünf Geschossen befindet die eigentliche Klinik. Im 1.Untergeschoss sind auf einer Fläche von rund 1000 m2 die 4 Operationssäle inkl. der die Sterilisation und den dazugehörigen Nebenräumen.
Im Sockelgeschoss befindet sich die Poliklinik mit Physio, Therapiebad, Sprechzimmer und Radiologie. Im Erdgeschoss ist das öffentliche Restaurant mit der Verwaltung und dem Empfang. Im ersten und zweiten Obergeschosse sind dann die Patientenzimmer.

Durch die klare Zuteilung der Nutzung auf die einzelnen Geschosse konnte jedes Geschoss in sich autonom organisiert werden. Ausgangpunkt bildet dabei immer das markante Hauptreppenhaus und diesem direkt angeschlossenen Empfang resp. ein Infodesk pro Geschoss. Von dort aus wir der Patient geführt.


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