Sandra Egger, 32jährig, ist Captain der St. Galler Frauen. Sie spielt im Mittelfeld. Sie bewegt sich leicht und locker, geht mit dem Ball geschickt um und sorgt immer wieder mit guten Zuspielen für Angriffsschwung. «Ich bin gerne auf dieser Position, habe aber auch schon in der Innenverteidigung gespielt. In der Mitte des Spielfelds habe ich den Überblick. Das gefällt mir.» Im Spiel gegen Chênois gelingt den St. Gallerinnen in der Offensive wenig, die Gäste haben gar die besseren Torchancen und stehen dem Siegtreffer näher. «Mit dem Resultat müssen wir zufrieden sein», sagt Sandra Egger.

Aufgewachsen ist sie in Eggersriet. Dort hat die Bauerntochter früher Fussball gespielt, zusammen mit ihren drei Brüdern, daheim auf der eigenen Wiese oder auf dem Schulhausplatz, dem Spielfeld des FC Eggersriet, wo ihre Fussballkarriere begann. Schon bald wechselt sie zum FC St. Gallen. «Das ist mein Verein.»

 

Egger übernimmt Verantwortung

Nach der Schule macht sie eine Lehre als Bäckerin und Konditorin, dann folgen Ausbildungen zur Köchin und Ernährungsberaterin. Während acht Monaten kocht sie in Singapur. Asiatische Gerichte liegen ihr heute noch am Herzen. Seit acht Jahren kocht sie nun schon in der Berit-Klinik, die kürzlich von Teufen nach Speicher umgezogen ist. Sie ist die Chefin, hat also auch in der Küche, wo zehn Personen arbeiten, den Überblick. «Ich übernehme Verantwortung und arbeite mit Jungen zusammen.»

Was sie im Beruf tagsüber erlebt, das führt sie am Abend und am Wochenende weiter: Sie übernimmt als Captain Verantwortung und führt ihre jungen Kolleginnen beim FC St. Gallen. Wenn sich das Team vor dem Anpfiff im Kreis versammelt, dann findet sie spontan noch jene Worte, die es braucht, um voller Elan ins Spiel zu gehen.

In diesem Sommer sind die St. Galler Frauen aus der NLA abgestiegen. «Die letzte Saison in der obersten Liga war eine schwere Zeit. Es war schwierig, die vielen Niederlagen zu verarbeiten.» Dass man in so einem Moment den Fehler auch gerne bei der Mitspielerin sucht, ist normal. Aber das ist Vergangenheit. Jetzt spielen die Frauen eine Liga tiefer und befinden sich im vorderen Mittelfeld.

Sandra Egger findet zwei Gründe für den guten Start in die Saison. Da ist einmal der Trainer. «Peter Jud hat uns früher schon einmal trainiert. Ich erinnere mich gerne an die Zeit mit ihm. Wir sind damals in die NLA aufgestiegen.» Kein Wunder, hat sie sich dafür eingesetzt, dass er die Frauen ein zweites Mal übernimmt. «Er hat klare Vorstellungen vom Spiel, ist gradlinig und hat es fertig gebracht, die Freude am Fussball wieder ins Team zu bringen.» Der zweite Grund ist das erste Meisterschaftsspiel damals gegen Chênois, den gleichen Gegner wie letzten Sonntag. St. Gallen gewann 2:1. «Dieses Spiel hat uns Vertrauen gegeben. Plötzlich war aller Ballast weg».

Auch der Trainer scheint sich an dieses Spiel zu erinnern. Damals ersetzte er in der 65. Minute Melina Salaorni durch Janine Koretic. Diese schoss kurz vor Schluss das Siegtor. Diesmal macht er in der Schlussphase den gleichen Wechsel. Doch dieses Mal traf Koretic nicht.

 

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Küchenchefin

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