Am nächsten Samstag, 20. Mai, findet im Einstein Kongresszentrum das St. Galler Arthroseforum 2017 statt. In kurzen Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen wird die Volkskrankheit Arthrose aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Es werden neuste Erkenntnisse und Behandlungsmethoden vorgestellt und Fragen aus dem Publikum beantwortet.

Initianten und Gastgeber des St. Galler Arthroseforums 2017 sind die Berit Paracelsus-Klinik und die Gemeinschaftspraxis Orthopädie Rosenberg. Seit der Eröffnung der neuen Klinik in Speicher sind die Berit Paracelsus-Klinik und die Orthopädie Rosenberg eine enge strategische Partnerschaft eingegangen. Das erklärte gemeinsame Ziel ist eine ganzheitliche, integrative Behandlung auf höchstem Niveau, bei der der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen immer im Zentrum steht.

Berit Klinik Mai 2017 - 01

Die Initianten des St. Galler Arthroseforums 2017: Dr. med. Andreas Bischof, Gemeinschaftspraxis Orthopädie Rosenberg, Peder Koch, Direktor/ CEO Berit Paracelsus-Klinik, Dr. med. Thomas Wiesner, Gemeinschaftspraxis Orthopädie Rosenberg (v. l.)

 

Was waren die Beweggründe, ein öffentliches Forum zum Thema Arthrose zu organisieren?

Thomas Wiesner: Das Thema Arthrose ist heutzutage in aller Munde. Es finden sich unzählige Informationen über diese Krankheit, leider aber auch viele, die nicht der Realität entsprechen. In unseren Sprechstunden werden wir oft mit Fragen und Ängsten der Patienten aufgrund von Fehlinformationen zum Thema Arthrose konfrontiert. Wir sehen hier grosses Aufklärungspotenzial. Deshalb organisieren wir das Arthroseforum – um zu informieren, aufzuklären und die Ängste der Bevölkerung abzubauen.

Peder Koch: Heute sind die Patienten viel mündiger als früher. Sie befassen sich intensiv mit ihren Beschwerden und informieren sich, wie und wo sie ihr Leiden behandeln lassen sollen. Oft beobachten wir aber, dass die ungefilterten Informationen die Betroffenen eher verwirren oder verunsichern. Mit dem Arthroseforum möchten wir der Bevölkerung die Möglichkeit geben, ihre Fragen mit den Spezialisten direkt vor Ort zu klären.


Arthrose wird oft in einem Atemzug mit fortgeschrittenem Alter und Verschleisserscheinungen genannt. Ist Arthrose eine typische Alterskrankheit?

Thomas Wiesner: Nicht mehr. Heutzutage gehen immer mehr – und vor allem immer mehr jüngere Menschen – einer intensiven sportlichen Aktivität nach. Wir sehen klar, dass unfallbedingte Arthrosen zunehmen. Heute kommen viele Junge mit Verletzungen und Abnutzungen zu uns, die sie vom Alter her eigentlich noch nicht haben sollten. Wenn eine unfallbedingte Knorpelverletzung bei jüngeren Personen frühzeitig erkannt und behandelt wird, haben die Betroffenen heutzutage gute Chancen, eine Arthrose zu vermeiden oder hinauszuzögern. Und gerade bei diesen Patienten versuchen wir, alle gelenkerhaltenden Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen.


Wie gehen Sie bei der Behandlung von Arthrose-Patienten vor, und wie häufig werden künstliche Gelenke eingesetzt?

Thomas Wiesner: Die Art der Behandlung wird vom Arzt in Absprache mit dem Patienten festgelegt. Er kann einschätzen, ob eine konservative Behandlung ausreicht oder ein operativer Eingriff notwendig ist. Wichtig zu betonen ist, dass die Operation nur eine von vielen Massnahmen zur Behandlung der Arthrose ist. Es gibt noch eine Reihe anderer Möglichkeiten, die wir auch am Arthroseforum beleuchten werden.

Andreas Bischof: Aufgrund des technischen Fortschritts der letzten Jahre bieten sich heute viel mehr Möglichkeiten. Bei der Generation meiner Eltern galt noch die Devise: vor sechzig soll auf keinen Fall ein Kunstgelenk eingesetzt werden. Heute sind die Prothesen qualitativ besser und die Operationstechniken schonender. Trotz alledem operieren wir auch heute erst, wenn es absolut notwendig ist und alle anderen therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Hierbei ist das Alter nicht alleine ausschlaggebend für den Operationszeitpunkt.

Peder Koch / Thomas Wiesner: Die Anzahl der Kunstgelenkoperationen nimmt schweizweit zu. Dies liegt einerseits an der steigenden Bevölkerungszahl und der Altersstruktur, andererseits an der Zunahme der Arthrose-Erkrankungen. Die Berit Paracelsus-Klinik ist zusammen mit der Orthopädie Rosenberg spezialisiert auf die Behandlung von Arthrose. Alleine im ersten Betriebsjahr (März 2016 bis März 2017) wurden in der Berit Paracelsus-Klinik 1’029 Kunstgelenk-Operationen an Hüfte, Knie und Schultergelenken durchgeführt.


Weshalb soll ich mich als Arthrose-Patient in der Berit Paracelsus-Klinik behandeln lassen?

Peder Koch: Durch die Subspezialisierung der Belegärzte kann eine optimale Behandlungsqualität für die Patientinnen und Patienten gewährleistet werden. Zudem verfügen wir als einzige Klinik in der Schweiz über die Leistungsaufträge Akutmedizin und Rehabilitation und bieten beides unter einem Dach und aus einer Hand an. Der operative Eingriff ist ein wichtiger Bestandteil, aber genauso wichtig ist die Rehabilitation, insbesondere die Physiotherapie. Wir können die gesamte Behandlungskette anbieten.

Andreas Bischof: Ich bin ebenfalls überzeugt, dass der Erfolg des ersten Betriebsjahres in erster Linie auf der Qualität basiert, die wir mit 16 hochspezialisierten Ärztinnen und Ärzten der Orthopädie Rosenberg bieten können. Diese Subspezialisierung erlaubt einen extrem hohen Standard in den verschiedenen Fachbereichen. Und aus der Zusammenarbeit mit den erfahrenen Fachkräften aus Medizin, Pflege und Physiotherapie resultiert eine operative, pflegerische und rehabilitative Leistungsqualität auf hohem Niveau.


Die Orthopädie Rosenberg und die Berit Paracelsus-Klinik arbeiten sehr eng zusammen. Wie ist es zu dieser strategischen Partnerschaft gekommen?

Thomas Wiesner: Die Partnerschaft hat bereits vor der Eröffnung der neuen Klinik in Speicher im März 2016 begonnen. Die Orthopädie Rosenberg und die Berit Paracelsus-Klinik standen vor der gleichen Herausforderung. Beide Unternehmen suchten eine Veränderung. Und wir sahen beide die Chance, mit der neuen Klinik und einer engen Zusammenarbeit etwas Einzigartiges für die Region zu schaffen. Für uns ist Peder Koch kein gewöhnlicher Direktor – er ist ein Partner. Er strebt wie wir nach vorne, will die Berit Paracelsus-Klinik stetig weiterentwickeln und verfolgt die gleichen Ziele wie die Orthopädie Rosenberg. Der Erfolg des ersten Betriebsjahres der neuen Klinik in Speicher bestätigt uns, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist und wir diese Zusammenarbeit konsequent weiterführen werden.

Andreas Bischof: Der Schritt ist auch erfolgt, um die Selbständigkeit unserer Praxisgemeinschaft zu bewahren. Uns ist sehr wichtig, dass wir unsere Patientinnen und Patienten umfassend und unabhängig beraten und behandeln können. Dies war mit unserem vorherigen Partner in diesem Umfang nicht mehr möglich. Die Philosophie hat nicht mehr übereingestimmt. Mit der BeritParacelsus-Klinik konnte die Orthopädie Rosenberg einen Partner gewinnen, der – wie wir – seit Jahren fest in der Ostschweiz verankert ist und die gleiche Werthaltung und Philosophie teilt. Die Bevölkerung war uns gegenüber von Anfang an positiv gestimmt und auch die zuweisenden Ärzte haben uns ihr Vertrauen entgegengebracht. Das freut mich besonders.

Peder Koch: Die Zusammenarbeit funktioniert so gut, weil es eben eine echte Zusammenarbeit ist – wie es das Wort sagt. Wir verfolgen gemeinsame Ziele und gehen respektvoll und professionell miteinander um. Uns ist stets bewusst, was wir gemeinsam realisiert und erreicht haben. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Was hier entstanden ist, hat es in der Schweiz so noch nie gegeben, das ist einzigartig.


Blicken wir auf das erste Betriebsjahr der neuen Klinik in Speicher zurück: Was macht Sie besonders stolz?

Peder Koch: Ich spüre, dass die Mitarbeitenden eine Einheit bilden und hinter meiner Philosophie stehen. Man hört immer wieder, wie schwierig es ist, im Gesundheitswesen gute Leute zu finden. Wir hingegen konnten alle Stellen besetzen, es gibt sogar Wartelisten. Das zeigt mir, dass wir etwas wirklich Einzigartiges auf die Beine gestellt haben.

Thomas Wiesner: Auch für mich war sehr eindrücklich zu sehen, dass jeder einzelne Mitarbeitende – sowohl in der Praxis als auch in der Klinik – bereit war, mitzumachen, um für die Region etwas zu schaffen. Es herrscht ein respektvolles Miteinander.


In den Räumlichkeiten der früheren Berit-Klinik in Niederteufen wird eine orthopädische Rehabilitations- und Kurklinik eröffnet. Was können wir da erwarten?

Peder Koch: Die Rehabilitation nimmt bei der Berit Paracelsus-Klinik einen hohen Stellenwert ein. Mit der neuen Klinik in Niederteufen können wir sicherstellen, dass die gesamte Behandlungskette in der gleichen Organisation «unité de doctrine» durchgeführt werden kann. Dadurch verkürzt sich auch die gesamte Aufenthaltszeit der Patienten – und zwar um bis zu zehn Tage. Das ist kostenschonend für die Krankenkasse und vor allem ein Vorteil für die Betroffenen. Von der Infrastruktur über die Inneneinrichtung bis zu den Möbeln ist alles identisch wie in Speicher, so dass die Patientinnen und Patienten keine Angewöhnungsphase brauchen.

 

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